Arbeitsplätze der Zukunft - Jobs mit Wohlfühlfaktor
Postkartengroße Rumpelkammer-Büros, viel zu laute Großraum-Turnhallen, muffige 70er Jahre Arbeitsplätze mit unbequemem Mobiliar aus Großmutters Zeiten. Noch immer gibt es sie, ungemütliche Büros, die einfach nur schlechte Laune machen. Wie soll man in so einer Umgebung konzentriert und effizient arbeiten?
Eines ist Fakt: die Produktivität sowie die Kreativität der Beschäftigten hängt zu einem großen Maße von der Atmosphäre am Arbeitsplatz ab. Wer einen guten Job machen soll, braucht ein Arbeitsumfeld mit Wohlfühlfaktor. Wie sehen die Arbeitsplätze in Ihrem Unternehmen aus? Hier unsere Tipps für mehr Wohlbefinden im Job.
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Wenn das Arbeitsumfeld krank macht
Das Thema Mitarbeiterbindung ist gerade heute wichtiger denn je. Kein Arbeitgeber profitiert von hoher Fluktuation oder der erfolglosen Suche nach guten Fachkräften. Nicht nur, dass Motivation, Kreativität sowie die Produktivität durch ungemütliche Arbeitsplätze oder unzumutbare Jobbedingungen stark beeinträchtigt werden, solche Missstände führen auch zu hohen Krankenstandszahlen. Immer häufiger wird in diesem Zusammenhang vom sogenannten “Sick-Building-Syndrom” gesprochen. Dahinter verbirgt sich, wie der Begriff schon vermuten lässt, eine Gesundheitsstörung, die durch schlechtes Raumklima ausgelöst wird. Untersuchungen zufolge weisen beispielsweise knapp 20 Prozent der Beschäftigten in Großraumbüros immer wieder unterschiedliche Krankheitssymptome auf. Ebenso seien Mitarbeiter*innen in offenen Büros einer australischen Studie zufolge schneller gestresst.
Die Gründe dafür schildert Vinesh G. Oommen, der Leiter der Studie:
„Angestellte in Großraumbüros leiden unter Reizüberflutung, Verlust von Privatsphäre, Identitätsverlust, niedriger Produktivität und geringer Zufriedenheit.“
Aus der gleichen Studie geht hervor, dass sich 90 Prozent der befragten Betroffenen über negative Einflüsse auf Psyche und Gesundheit beklagen. So bekämen sie unter anderem schneller Erkältungen und seien im Allgemeinen anfälliger für Virusinfektionen.
Fakt:
Gründe für Großraumbüros - Vorteile lediglich für die Arbeitgeber
Vorteile sieht der Wissenschaftler in erster Linie beim Arbeitgeber:
Durch die Nutzung großer Büroflächen könnten Unternehmen bis zu 20 Prozent ihrer Betriebskosten senken, heißt es.
Doch das Forscher-Team warnt auch davor, die Raumgestaltung nicht allein von Kostenfragen abhängig zu machen,
sondern sich besser mit den sozialen und psychologischen Bedürfnissen der Angestellten zu befassen.
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Moderne Einrichtungs- und Gestaltungskonzepte
Die heutige Arbeitswelt beschränkt sich heute nicht mehr auf die klassischen 9 to 5 Jobs in dunklen, stickigen und ungemütlichen Büros. Unternehmen, die am Puls der Zeit bleiben möchten, müssen da schon ein wenig mehr auf die Schippe packen, wenn es um kreative und zukunftsfähige Arbeitsplätze geht. Arbeit bedeutet für viele weit mehr als seine Zeit im Büro abzusitzen und es gibt eine Vielzahl an kreativen Office-Lösungen, die einen nachhaltigen Erfolg versprechen.
Komfortable Arbeitsplätze à la New Work
Die moderne Arbeitswelt verlangt nach modernen Arbeitsplätzen. Dabei rücken auch immer mehr Teamwork und flexibles Arbeiten in den Mittelpunkt. New Work ist heutzutage in aller Munde. Jobs der neuen Generation erfordern Arbeitsplatzkonzepte, die die traditionellen Büros der Vergangenheit ablösen. Weder muffige Einpersonen-Mini Büros noch ungemütliche Großraumbüros werden den heutigen Anforderungen noch gerecht. Vielmehr sollen Orte der Begegnung geschaffen werden, zentrale "Arbeits-Inseln", die als Kommunikations- und Aktionsflächen genutzt werden können und eine agile und kreative Arbeitsweise ermöglichen.
Digitalisierung berücksichtigen
New Work steht aber auch für Arbeitsplätze, die passgenau auf die Bedürfnisse der einzelnen Beschäftigten zugeschnitten sind. Hier kommen die Themen Selbstverwirklichung und Entfaltung wieder ins Spiel, die besonders für die Vertreter der Generation Z eine große Bedeutung haben.
Die Generation Z ist mitten in einer digitalen Welt aufgewachsen. Sie ist es gewohnt, immer und überall online und vernetzt zu sein. In der virtuellen Online-Community gibt es keine Barrieren. Die Möglichkeit, Kontakte zu pflegen, an Video-Diskussionen teilzunehmen, oder sich im Netz zu informieren, ist 24/7 gegeben. So ist diese virtuelle Welt ein ganz selbstverständlicher Teil des Alltags. Grund genug, auch die Arbeitsplätze an diese digitale Welt anzupassen und die neuen Technologien fließend darin einzubinden.
Rückzugsorte schaffen
Doch es ist auch wichtig, Entpannungsbereiche und Rückzugsorte zu schaffen. Sogenannte “verkehrsberuhigte Zonen” in denen die Mitarbeiter* die arbeitsbedingte Reizüberflutung verarbeiten und sich zwischendurch mal ausruhen können. Japan ist da ein sehr guter Vorreiter. Das Land punktet beispielsweise schon seit Jahren mit innovativen Raumstrukturen, bei denen in den Arbeitsbereich integrierte Schlafplätze für ein entspanntes Powernapping oder die gemütliche Mittagspause sorgen.
Auch abgetrennte Bürobereiche, in denen konzentriertes Arbeiten in aller Ruhe möglich ist, sind wichtig. Besonders Beschäftigte in Büros mit vielen Mitarbeitern geben an, sich wegen ständiger Unterbrechungen in ihrem Flow gestört zu fühlen.
Multi Spaces integrieren
Heutzutage soll keiner mehr im stillen Kämmerlein über einem Problem brüten. New Work setzt besonders auf den Austausch zwischen den Mitarbeitern und fördert das Arbeiten in Teams. Ein kurzer Austausch oder spontane Meetings sollen im Büroalltag ohne große Terminvereinbarungen ganz problemlos möglich sein.
Moderne New Work Unternehmen haben sich Design Thinking auf die Fahne geschrieben. Offene, aber doch behaglich eingerichtete Lounge-Ecken, in denen man entspannt bei Kaffee, Snacks oder Smoothies brainstormen kann. Das fördert nicht nur die Kommunikation sowie die Interaktion untereinander, sondern sorgt dafür, dass sich die Beschäftigten wie zu Hause fühlen. Sie sind entspannter und fühlen sich weniger unter Druck gesetzt und kommen dadurch leichter auf gute Ideen oder können neue Projekte effizienter angehen. Ebenso sorgt diese Art der Wohlfühlatmosfähre für ein familiäres Klima unter den Kolleg*innen, was das Zusammenarbeiten auf Augenhöhe erleichtert.
Aber auch flexibel nutzbare Meetingräume im Sinne der Kreativökonomie, die sowohl mit modernster Technik, als auch mit klassischen Tafeln, Post-its, Stiften und Materialien zum Erstellen von möglichen Prototypen ausgestattet sind, gehören zu den zukunftsfähigen Bürokonzepten. Best Practice Unternehmen fördern mit ihren Raumkonzepten das Experimentieren und Ausprobieren.
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Auf das richtige Mobiliar kommt’s an
Zum Wohlfühlfaktor Büro gehört auch die entsprechende Einrichtung. Hell und freundlich sollen sie sein, die Büros der Zukunft. Innenarchitektonisch ist alles erlaubt, was gefällt, bequem ist und bestenfalls gute Laune macht. Auch Pflanzen, Bildergalerien, Lichtquellen oder Wasserläufe dürfen ins Geschehen mit einbezogen werden.
Wichtig sind natürlich vor allem Arbeitsplätze, die nach ergonomischen Richtlinien angefertigt wurden. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Arbeitsplätze speziell für größere oder korpulente Menschen oder für Personen mit körperlichen Einschränkungen zugeschnitten sind.
Klassische Bürojobs erfordern langes Sitzen und dafür braucht es nicht nur gutes Sitzfleisch, sondern auch den passenden Bürostuhl. Allen voran ist es wichtig, dass er allen körperlichen Anforderungen gerecht wird. Sparen am falschen Ende kann böse Folgen haben, denn ungesundes Sitzen folgende Gesundheitsschäden verursachen:
Nackenverspannungen
Hüft- und Rückenprobleme
Bandscheibenvorfälle
Taubheitsgefühle in den Beinen
Haltungsschäden
Muskel- und Skeletterkrankungen
Auch Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen
können durch langes Sitzen auf minderwertigen Stühlen auftreten.
Rechenbeispiel:
- Fehlt ein Mitarbeiter beispielsweise wegen Rückenproblemen nur einen Tag, so kann das dem Unternehmen
schon 150,- bis 300,- Euro kosten.
- Passiert das im Jahr gar zwei oder dreimal, kommen pro Mitarbeiter schon bis zu 900,- Euro zusammen.
Sollten dann 200,- bis 300,- Euro Investition mehr für einen guten Bürostuhl wirklich zu viel sein?
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Büroformen-Mix neue Konzepte für modernes Arbeiten
Desk Sharing: Der gemeinsam genutzte Schreibtisch
Der eigene Schreibtisch auf Lebenszeit weicht dem sogenannten Desk Sharing. Das bedeutet, dass die Arbeitnehmer im Unternehmen keinen festen Arbeitsplatz mehr haben, sondern ihn sich mit anderen Kolleg*innen teilen. Alle Arbeitsplätze sind dabei gleich ausgestattet und verfügen über dieselben technischen Voraussetzungen. Das bedeutet mehr Freiraum und eine individuelle Zeiteinteilung. Jeder hat auf diese Weise die Möglichkeit zu entscheiden, ob er lieber ins Büro geht, oder doch vielleicht lieber im Homeoffice arbeitet. Für das Unternehmen hat dies den Vorteil, dass es nicht für jede beschäftigte Person einen eigenen Arbeitsplatz schaffen muss. Das bedeutet Ersparnis an technischer Ausstattung, Mobiliar und Energiekosten.
Hybride Arbeitsmethoden gewinnen an Fahrt
Als Wohlfühlfaktor für viele Arbeitnehmer gilt flexibles Arbeiten. Dazu gehört beispielsweise dezentrales Arbeiten. Nach dem Motto: “Dein Büro ist da, wo du bist”, wird das Arbeiten in bestimmten Jobs von nahezu überall möglich. Das pusht ebenso das digitale Nomadentum, das immer mehr Wachstum erfährt. Die flexible Gestaltung des Arbeitsumfeldes sowie der Arbeitszeiten wird belohnt durch eine gesteigerte Produktivität. Diese neue Freiheit im Rahmen des Jobs sorgt dafür, dass die Arbeitnehmer kreativer, motivierter, schöpferischer und leistungsfähiger werden.
Coworking Spaces bieten Freiraum für Produktivität
Neben der Möglichkeit, vom Homeoffice aus zu arbeiten, bietet Coworking den sogenannten “dritten Arbeitsplatz” als abwechslungsreiche Alternative. Unter Coworking Spaces versteht man sogenannte Gemeinschaftsbüros, in denen man einen Arbeitsplatz auf Zeit anmieten kann. Im Nutzungspreis ist in der Regel freies WLAN, die Nutzung von Druckern und Scannern sowie Telefon inbegriffen. Gerade Selbstständige, Freelancer oder Projektarbeiter schätzen diese Art des Arbeitsplatzes, da sie vielfältige Kontakte pflegen können, von regem Austausch profitieren können und das Gefühl haben, an einem festen, ungestörten Arbeitsplatz zu arbeiten und nicht zuhause zwischen Küche, Couch und Kindern. Das führt zu produktiverer Arbeit.
Tipp zu guter Letzt: Wie wäre es mit Campus Lösungen?
Heute setzen innovative Unternehmen auf sogenannte Campuslösungen. Sie sollen den Mitarbeiter*innen das Jobleben erleichtern und Fachkräfte nachhaltig an den Arbeitgeber binden. Betriebe rufen hierzu beispielsweise Betriebskindergärten, Cafés oder Fitnessstudios ins Leben, um ein familiäres Arbeitsklima zu schaffen, das ebenso zum Wohlbefinden im Unternehmen beiträgt.
Unser Fazit:
Wir verbringen die meiste Zeit des Tages im Job. Daher ist es sowohl wichtig für das körperliche als auch für das psychische Wohlbefinden, dass unser Arbeitsplatz auch gleichzeitig ein Ort ist, an dem wir uns wohl fühlen. Zukunftsorientierte Unternehmen haben das längst erkannt und sich entsprechend darauf eingestellt.
Sind auch Sie auf der Suche nach innovativen Lösungen für eine angenehme Wohlfühlatmosphäre in Ihrem Unternehmen, haben aber noch keine wirkliche Idee, wie Sie sie umsetzen können? Dann freuen wir uns auf Ihre unverbindliche Kontaktaufnahme.
Jedes Unternehmen benötigt speziell zugeschnittene Konzepte. Gemeinsam realisieren wir Ihres.